Taverne Aderl Laufenburg (CH)

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  • Die Obrigkeyt des Richard Loewenherz Festes hatten eyngeladen an der 12. Ausgabe teylzunehmen und der Mittelalterstammtisch Hochrhein e.V. nahm diese gerne an.

    So wurden am 29. Tage im Heuert MMXVI die stinkenden Kutschen beladen und los ging die Reyse. Nach dreystuendiger Fahrt erreychten wir unsere Herberge. Die Kemenaten wurden bezogen um gleych darauf per Pedes die Stadt zu erkunden.

    In der Stadt angekommen trafen wir auf viele unserer Freunde aus dem Trifelsland. Das Hallo war grosz und wir uns hatten viel zu erzaehlen.

    Irgendwann meldete sich der Hunger. Wir machten uns auf dem Weg zur Taverne „Zum goldenen Loewen“. Wie schon zu vorhergehenden Anlaessen, wurden wir in dieser Taverne von Jochen wieder auf das vortrefflichste bewirtet. Die Speysen waren lecker und fuellten unsere Waenste. Die gut gekuehlten Gesoeffe loeschten unseren Durst. Hinterher begaben wir uns zurueck zur Herberge um unsere Haeupter niederlegen zu koennen.

    Am Satertage begann der Tag mit eynem opulentem Fruehstueck. Alles was das Herz begehrte wurde geboten.

    Anschlieszend begaben wir uns wieder in die Stadt, um dem Marktgeschehen beyzuwohnen. Bereyts am fruehen Morgen brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Doch ging stets eyn laues Lueftchen, so dass wir vor eynem Sonnenstich verschont blieben. Die Haendler boten wunderbare Ware an. Fuer Speys und Trank ward ebenfalls gesorgt.

    An den verschiedenen Buehnen wurde eyn sehr abwechslungsreyches Programm geboten. Musici von „Gugelhupf“, „Nashoch Hilisanc“, „Musica Canora“ und natuerlich von unseren „Spielleuten Skadefryd“.

    Zusaetzlich wurde geboten: Gauklerey & Jonglage durch „Lux Aeterna“, Ablassprediger  „Quadroculus“, Orientalische Magie von „Shri Magada“, Waffenschau und ritterliche Zweykaempfe durch „Die Pfalzritter“ und mittelalterliche Taenze von „Faux Pas.

    Fuer die Baelger ward ebenfalls eyn groszes Angebot geboten wie Kinderkarusell, Marionettentheater usw.

    Zur spaeten Stund wurde es wieder Zeyt in Richtung Herberge zu gehen. Da wir noch nicht richtig muede und die Temperaturen sehr angenehm waren, beschlossen wir auf der Terrasse noch eyn kuehles Gesoeff zu goennen. Die Eynen genossen eyn kuehles Bier, die Anderen  perlenden Weyn oder eyn Troepfleyn roten Weynes. Erst lang nach der Geysterstunde wurden die Kemenaten zum Schlafen aufgesucht.

    Am Balder starteten wir wieder mit eynem sehr ausgiebigen Fruehstueck in den Tag, um hinterher gestaerkt wieder in die Stadt zu gehen.

    Das Programm war genauso abwechslungsreich wie am Tag zuvor. Viel Musici, viele Atraktionen die uns ueber den ganzen Tag unterhielten.

    Das Fest endete zur 8. Stunde im Meridianus. Eynige von den Mayden und Recken mussten leyder schon die Heymreise antreten, da sie am naechsten Tag wieder ihre Arbeit aufzunehmen hatten. Die Anderen beschlossen den Abend mit eynem Abschlussessen im „Zum goldenen Loewen“, eynem guten Mischgesoeff genannt „Zombie“ in der Eysdiele und in der Herberge bey eynem guten Tropfen Weyn.

    Am naechsten Morgen wurden nach dem Fruehstueck die stinkenden Kutschen wieder beladen um sich auf die Heymreyse zu begeben. Der Weg fuehrte uns ueber Ratbaldouilare im Elisazon. So lieszen wir es uns nicht nehmen in unserer Stammtaverne „Bierstub Ville de Nancy“ zu Mittag zu speysen und hinterher in der „S'Garwer Stub“ einen Abschlusstrunk zu nehmen.

    Doch danach hiesz es Abschied nehmen und die restliche Strecke auf unserer Heymreyse anzutreten.

    Was soll ich sagen, es war wie jedes Mal, wenn der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. unterwegs ist, sehr lustig und unterhaltsam. Viele Freunde nach langer Zeyt wieder gesehen und sehr viele neue Freundschaften geschlossen! Wer diese Momente ebenfalls erleben moechte, ganz eynfach: Anmelden und Mitgehen!

  • Der Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. hat am letzten Wochenende wieder nicht geruht. Die Mayden und Recken beluden am 9.Tag im Heuert AD MMXVI ihre stinkenden Kutschen, um die Reyse gen Niofarun Nessenbrunn anzutreten. Gut gelaunt zur fruehen Stunde starteten wir zu eynem neuen Abenteuer.

    Die Reyse verlief ohne Schwierigkeyten und Verzoegerungen, so dass man nach drey Stunden Fahrt am Ziel war und die stinkenden Kutschen vor der Herberge abgestellt werden konnten. Nachdem die Kemenaten bezogen waren, trafen wir uns im Foyer, um uns mit eynem gut gekuehlten Gerstensaft zu erfrischen.

    Zur hoechsten Stunde schritten wir in Richtung Festgelaende. Es war eyn kurzer Weg bis dorthin. Der Wegezoll wurde entrichtet und nun konnte das Abenteuer beginnen. Kaum auf dem Gelaende, schon das erste Hallo. Unsere Freunde Geli, die Mittelaterpaparazzi und Roger waren vor Ort.

    An vielen Staenden wurde schoene Ware feylgeboten. Fuer das Auge eyn Schmaus.

    Petrus beglueckte uns mit strahlendem Sonnenscheyn. Um der Hitze etwas entgegen zu wirken, genehmigten wir uns das eyne oder andere gutgekuehlte Gesoeff.

    Gaukler und die musici von tinnitus interruptus belustigten die Anwesenden. Froehlichkeyt allerorten.

    Beym Gang ueber den Markt viele bekannte Gesichter. Die Maerchenerzaehlerin Susanne und Edith mit dem Witwen- und Waysenlager. Die Gewuerzhaendlerey die wir in Ascabah kennengelernt hatten, der Gormanns-Clan und natuerlich unser Branntweynhaendler, der uns zu  Germesche so hervorragend versorgt hatte, waren zugegen.

    Und unueberhoerbar diese Stimme: Geeeeeeeeebranntes!! Ja die Schnapsdrossel war ebenfalls gekommen um ueberall auf dem Markte herumzudrosseln und zu schnaepseln. Leckeres Gebranntes fuehrt sie wieder mit sich.  

    Hier eyn Schwaetzchen – da eyn Schwaetzchen – hier eyn Glaeschen – da eyn Glaeschen – hier eynen Krug – da eynen Krug und so rann die Zeyt dahin wie im Fluge.   

    Bey Anbruch der Dunkelheyt fand eyn Feuerspektakel in der kleynen Arena mitten auf der Plane statt.
    Zufrieden und muede vom erlebten Tag, begaben wir uns kurz nach der Geysterstunde zurueck in die Herberge um Ruhen zu koennen.

    Am Balder dann starteten wir mit eynem groszen Fruehstueck. Wir hatten viele Speysen zur Verfuegung um unsere Waenste zu fuellen.

    Anschlieszend wurden die Kemenaten verlassen und die stinkenden Kutschen mit dem Gepaeck beladen. Neyn, die Heymreyse stand noch nicht an. Wir begaben uns nochmal zum Ort des Geschehens und genossen die Stimmung trotz starker Hitze. Alle Schattenplaetze waren gleych belegt.

    Doch wie immer hiesz es dann am Nachmittag Abschied nehmen. Standen doch wieder drey Stunden Heymreyse an. Wir verabschiedeten uns von unseren Freunden und freuen uns schon heute auf baldiges Wiedersehen auf dem naechsten Markte.

  • Am neunten Tage des Heuert AD MMXVI trafen sich die Ritter, Recken und Weyber des Mittelalterstammtisch-Hochrheyn e.V. zum Zwecke der Baelgerbespaszung auf der Wiese beym Barfuszpfad zu Sekkinga.

    Die Aufpasserinnen der Eynrichtung „Treffpunkt Kinder e.V.“ hatten uns gebeten,  die alljaehrlichen Sommer-Festivitaeten mittelalterlich zu gestalten.

    Man sagte uns, diese Eynrichtung nenne sich „Kindergarten“, jedoch trafen wir die Brut nicht wie erwartet in den Boden eyngegraben, neyn, die Baelger durften frey herumlaufen. Die Bezeychnung war unserer Ansicht nach also sehr irrefuehrend, was dem Erfolg der Veranstaltung aber keyneswegs Abbruch tat.

    Bereyts am Morgen trafen wir uns, um alle Vorbereytungen zu treffen:

    Das Sachsenzelt musste samt Sonnensegel zum Schutz der zarten Haeute der Kinderchen aufgebaut werden, die Feuerstelle wurde eyngerichtet.

    Unser Raginher, der Furchtlose (ich hab nicht verfressen gesagt…) erfreute die Menge mit der Vorfuehrung von Lederarbeiten, Nephilim liesz die interessierten Eltern und Kinder raten, welche Obst- und Gemuesesorten es im Mittelalter in unserer Region bereyts gab und fuehrte den Weg von der Wolle, ueber das Spinnen der Faeden bis zum Kleydungstueck vor.

    Eymar von Urberg mit seynen Knappen Adrian und Hendrik und Ritter Viktor entfuehrten die Gaeste in die Welt der Ritter, zeigten, was eyn Ritter trug, wie er kaempfte, wie seyn gedeckter Tisch aussah, welche Dinge er mit sich fuehrte.

    Mayd Mona fesselte die Schar mit Maerchen aus aller Welt, waehrend an der Feuerstelle Stockbrot gebacken werden konnte.

    Gleychzeytig bereyteten wir ueber dem Feuer eynen Eyntopf nach mittelalterlichem Rezept vor, selbstverstaendlich ohne Salz, denn das war zu jener Zeyt teuer. Man merkte, dass die modernen Gaumen, lediglich mit frischen Kraeutern gewuerzte Speysen beyleybe nicht mehr gewohnt sind.

    Dorell, Artula, Hans Met-Wurst und Christine unterstuetzen uns tatkraeftig beim Feuern, kochen, schnippeln, Fragen beantworten, aufbauen und abbauen.

    Für das leybliche Wohl hatten die Gaeste selbst gesorgt und Gerichte, Kuchen und Herzhaftes nach mittelalterlichen Rezepten mitgebracht.

    Nachdem auf der Sonnenuhr ungefaehr zwey und eyne halbe Stunde vergangen waren, neygte sich das Fest dem Ende zu.

    Die sogenannten „Maxi-Kinder“, die nun das Glueck haben, die Schule besuchen zu duerfen (wobey wir uns gefragt haben, wie die Leute ihre Arbeyt verrichten wollen, wenn sie ihre Soehne UND Toechter in die Schule schicken) wurden feyerlich in den Ernst des Lebens verabschiedet, den Amtstraegern und Erzieherinnen wurde gedankt und auch wir gingen nicht leer aus.

    Zum kroenenden Abschluss, fuehrten unsere Ritter in eynem Schaukampf vor, wie man sich frueher so richtig auf die Muetze gegeben hat. Natuerlich nicht, ohne in Kuerze Taktik in Offensive und Defensive zu erklaeren.

    Beym Abbauen lieszen wir uns noch eyn bisschen Zeyt, grillten den eyn oder anderen Fleyschlappen ueber dem noch lodernden Feuer und saszen noch eyne Weyle zusammen um den Tag Revue passieren zu lassen.

    Uns hat es sehr viel Spasz gemacht und den Reaktionen der Erzieherinnen, Eltern und Kindern nach, allen anderen auch.

    Wir durften im Nachgang noch eyne groszzuegige Spende in Empfang nehmen, fuer die wir uns auch hier nochmals herzlich bedanken.

  • Das reyselustige Voelkchen des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. packte am 01. Tag des Heuert AD MMXVI erneut seyne sieben Sachen. Dieses Mal galt es eyne Reyse in die Kurpfalz anzutreten.
    Feyerte doch Villa Breteheym zum 512. Mal  die erfolgreyche Verteydigung ihrer Stadt  gegen die Belagerung durch Ulrich von Wuerttemberg mit 30.000 Mann im Jahre 1504.

    Und so beluden wir unsere stinkenden Kutschen bis unter das Dach und traten zur 3. und eyner halben Stund im Meridianus die Reyse an. Diese fuehrte uns ueber stark befahrene gut ausgebaute Wege bis in die Kurpfalz. Die Reyse ward beschwerlich, da sich unendliche viele Kutschen auf der Reyse befanden. Sehr viele Kutschen mit Unmengen von Handelswaren bahnten sich ihre Wege gen Norden.

    Kurz vor der 7. Stund im Meridianus erreychten wir das bereyts im Jahre 769 in der Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erstmals erwaehnte Dorf Helmsheym, wo wir unsere Kemenaten bezogen. Es ward der eynzige Ort in unmittelbarer Naehe zu Villa Breteheym, der noch mit eyner Beherbungsmoeglichkeyt dienen konnte.

    Die Herberge ward eynfach aber sauber. Nachteyl: die Kemenaten waren im obersten Stock und wir mussten stets viele Stiegen hinaufsteygen, bis wir unser Haupt niederlegen durften. Zur fruehmorgendlichen Speysung mussten wiederum viele Stiegen hinunter ins Erdgeschoss zurueckgelegt werden. Daher mangelte es uns an koerperlicher Ertuechtigung nicht.

    Da wir eynen arbeytsreychen Tag und eyne ermuedende Reyse hinter uns hatten beschlossen wir, den Abend in eyner Taverne im Ort zu verbringen und Villa Breteheym erst am naechsten Tag aufzusuchen.
    Eyn folgenschwerer Entschluss. Ward es doch gar nicht so eynfach, in diesem voellig verwinkelten 2.000 Seelen Dorf eyne geeygnete Taverne zu finden.

    Ganz am Rande des Ortes, dort wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, inmitten von Weizenfeldern fanden wir eyne Taverne.
    Man sah sogleych, dass es wohl die eynzig gute Taverne im Ort zu seyn schien, denn sie war proppevoll.

    Wir meldeten uns bey der Schankmayd an und wurden danach in eyne Wartezone gebeten um dort erst eynmal eyn Getraenk zu sich zu nehmen, bis sich Platz auftat. Man sicherte uns eyne Platzzteylung zu.
    Das waere alles wunderbar gewesen, wenn die Schankmayd auch den Ueberblick behalten haette. Voellig ueberfordert und planlos war ihr Verhalten.

    Auf unsere georderten Getraenke mussten wir nahezu eyne halbe Stunde warten. Gaeste die nach uns kamen, wurden Tischen zugewiesen. Bestellungen wurden dort aufgenommen, Essen ausgegeben etc.  

    Und nachdem wir nach eyner und eyner halben Stund noch immer keyne Platzzuteylung hatten, aber sie unendlich viele Male an unserem Tisch vorbeyhuschte, erlaubten wir uns nachzufragen. Da wurde uns gesagt, dass drey leere Tische seyt laengerem zur Verfuegung stuenden und wir uns umsetzen koennten. KLASSE.
    Danach folgte die Aufnahme der Essensbestellung. Obwohl die Belegung der Taverne deutlich abgenommen hatte, dauerte es noch eynmal rund 30 Minuten, bis das Essen auf dem Tisch stand.
    Summasumarum hatten wir nun zwey und eyne halbe Stunde darauf gewartet eyne Speysung zu erhalten. Diese Taverne mit der voellig planlosen und ueberforderten Schankmayd kann man wirklich niemandem empfehlen. In der heutigen Zeyt sagt man, eyn absolutes „No go!“.

    Nach eynem zwangslaeufigen Verdauungsspaziergang, wir mussten ja wieder in den Ort zurueck, legten wir unsere Haeupter muede darnieder.

    Am Satertage den 02. Tag im Heuert nahmen wir eyn gut buergerliches Fruehstueck eyn, machten noch eynen morgendlichen Erkundungsgang bis zur Haltestelle des eysernen Rosses, um die Abfahrtszeyten festzustellen und stiegen letztlich in unsere Gewaender.

    Der Himmel ward grau und es regnete leycht. Das eyserne Ross brachte uns in nur neun Minuten von Helsheym nach Villa Breteheym. Und was uns dort zwey Tage lang erwartete, entschaedigte uns fuer das Ungemach des Ankunftstages voll und ganz.
    Die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne setzte sich durch!

    Durch eynes der aufgebauten mittelalterlichen Stadttore betraten wir die Innenstadt. Der Wegezoll fuer beyde Tage ward moderat und dafuer wurde sehr viel geboten.

    Das Peter-und-Paul-Fest ist jeweyls in vier Teyle gegliedert:

    Tag 1: Villa Breteheym – ruestet sich
    (Festeroeffnung, Ratssitzung, Feindes Brief, Musterung)

    Tag 2: Villa Bretehym – wehrt sich
    (Der Ausfall 1504, Schäfersprung, Huldigung, Zapfenstreich und Feuerwerk)

    Tag 3: Villa Breteheym – huldigt dem Kurprinzen;
    (Großer Festzug, Feiern in allen Lagern)

    Tag 4: Villa Breteheym  -feyert     
    (Schwartenmagenumzug, Kinderfest vom Knappen zum Ritter)

    In der kompletten Innenstadt sind in allen moeglichen frey zugaenglichen Innenhoefen und Plaetzen, Kirchinnenhof und -platz usw. Heer-, Handwerker- und Bauernlager eyngerichtet.
    Jedweder Handel, allerley Handwerk, Tavernen und Garkuechen an allen moeglichen Ecken und Enden. Eyne wahre Pracht. Die meysten der Tavernen sind mit Tischen und Baenken ausgestattet, die nach historischem Vorbild gebaut wurden. Eynfach nur toll, was hier geboten wird.

    Es ist wahrlich nicht moeglich, alle diese wunderbaren Dinge an nur eynem Tag erkunden und erleben zu koennen. Man ward sprachlos ueber das was geboten wird.

    Unendlich viele freundliche Menschen, Frohsinn an allen Ecken. Erbauliche Gespraeche mit Fremden. Der Satertag ran nur so dahin. Letztlich sogar noch eyn bekanntes Gesicht, welches ich extra wegen uns auf den Weg gemacht hatte. Unsere Edith gab sich die Ehre. Hatten wir uns doch erst wenige Wochen zuvor in Ascabah kennengelernt.

    Historie hin, Historie her. In diesem Anno hatte die Obrigkeyt des Festes es gestattet, dass ab der 9. Stund im Meridianus in den Lagern und an verschiedenen Stellen in der Stadt flache Kisten aufgestellt wurden, auf welchen wie durch Zauberhand Bildleyn sich magisch bewegten. Was fuer Teufelszeug!
    Es wurde in bunten Bildern gezeygt, wie 22 hehre Recken in unterschiedlich farbigen Gewandungen in Bruchen (!) hinter eyner Kugel herrannten. Ziel dieses Wettrennens schien es zu seyn, die Kugel in eynem benetzten Kasten unterzubringen. Jeweyls eyn Recke auf jeder Seyte hatte wohl die Aufgabe dies zu verhindern. Was fuer eyne seltsame Belustigung.

    Nun uns kratzte dies nicht, wir genossen im groszen Bauernlager die angenehmen Abendtemperaturen, verkosteten eyne Spezilitaet die sich „Bauerntraum“ nannte, plauderten mit Edith und taten unserer Seele nur Gutes.

    Kurz vor der Geysterstunde begaben wir uns wieder zum Halt des eysernen Rosses und fuhren zurueck in unsere Heymstaette.

    Der Balder begann bereyts sonnig. Und nachdem wir unser Fruehstueck eyngenommen, unsere Habe eyngepackt und unsere Gewandungen angelegt hatten, reysten wir an diesem Tage mit unserer stinkenden Kutsche nach Villa Breteheym. Wir fanden auch nahe dem Zentrum eynen kostenfreyen Abstellplatz. Wir erkundeten an diesem Tage alle Ecken, die wir am Satertage nicht geschafft hatten.
    Und schon wieder bekannte Gesichter. Bekannte aus Ehingen und Burkheym wurden gesichtet. Eyn herzliches Hallo war die Folge.

    Im Zentrum gelang es uns letztlich wunderbare Sitzplaetze zu ergattern, von wo aus wir den großen Festumzug bestaunen konnten. Guenstig war dabey die Lage dieser Sitzplaetze – gleych neben einer Taverne! Und so ward auch fuer unser leybliches Wohl gesorgt.

    Noch vor dem Festzug hatte unser Primus die Ehre von eynem Seelenfaenger, der beweglich Bilder bannt, angesprochen und befragt zu werden. Und so kam auch unser Primus ins „Fannseh“ ;-)

    Zur 2. und eyner halben Stund im Meridianus wurden drey Kanonen abgefeurt. Der Festzug begann!!

    44 Umzugsgruppen eyngeteylt in 7 Sparten:
    -Die Wahrzeichen von Villa Breteheym
    -Villa Bretehym um 1504
    -Markt- und Kaufleute
    -Staedtisches Handwerk
    -Villa Breteheym im Kurpfaelzisch-Bayerischen Erbfolgekrieg
    -Villa Breteheym huldigt Kurprinz Ludwig
    -Buergerwehren marschieren auf

    Eyn knapp zwey Stunden andauernder hochinteressanter Festzug der keyne Wuensche offen liesz. Hinterher war die Stadt voll mit Besuchern. Waehrend am Satertage noch die Gewandeten die Stadt dominierten, waren es nach dem Festzug die ungewandeten Tagesgaeste.  Es herrschte eyn dichtes Gedraenge. Aber dennoch hatte das Fest nichts an Reyz verloren.

    Aber da? Was war das? Was hoerten wir? Geeeeeeeeeeeeeeeeeebranntes!! Dieser Lockruf stammt nur von eyner Person. Der SCHNAPSDROSSEL! Man sah sie zwar noch nicht, aber man hoerte sie.

    Noch eynmal gelauscht und sie war geortet. Natuerlich kamen wir um eynen kurzen Trunk nicht umhin. Eyn kurzes aber herzliuches Gespraech, dann waren ihre Dienste wieder gefragt.

    Tja und dann hiesz es auch schon wieder Abschied nehmen. Nach eynem koestlichen Abendessen begaben wir uns letztlich auf die Heymreyse.

    Die Zeyt in Villa Breteheym war viel zu kurz und so ward der Entschluss gefasst, dieses Fest innerhalb des Mittelalterstammtisch Hochrhein im kommenden Anno noch eynmal anzubieten. Und wir werden bestimmt noch eynmal die Athmosphaere auf diesem Fest genieszen.