Taverne Aderl Laufenburg (CH)

Gleych zu Jahresbeginn durften eyn Dutzend Mitglieder des Mittelalterstammtisch Hochrheyn e.V. eyne spezielle Fuehrung erleben. Am 4. Tage im Hartung AD MMXVII nahmen sie an der Rauhnachtfuehrung zu Seckinga teyl.

Es schneyte leycht zu Seckinga. Die Mayden und Recken, wie immer in Gewandung, trafen sich zur 7. und halber Stund im Meridianus vor dem Tourismuszentrum.

Nach eyner kurzen Begrueszung durch den Veranstalter erklaerte man uns, dass die Hauptfigur, Wotan, normalerweyse mit seynem Rudel wilder Hunde erscheynt. Die waeren jetzt aber nicht da und deshalb sollten die Schaulustigen seyne Hunde ersetzen und wie wilde Hunde heulen. Alle folgten der Aufforderung und siehe da, Wotan kam um die Ecke.

Er sah verwegen aus, mit seynem wehenden Mantel, den wallenden Locken, dem Hut und dem Stab, an dem eyn Skelett und eyn Rabe befestigt waren. Er stellt sich kurz vor und sagt dass er der Gott des Krieges, aber auch der Dichter und Denker ist. Somit begann er, auf unterhaltsame Weyse, uns Eynblicke in die Rauhnaechte und deren Bedeutung zu geben.

Die Rauhnaechte, auch Gloeckelnaechte, sind die Tage von Weyhnachten bis nach dem Jahreswechsel. In den meysten Regionen beginnen die zwoelf heyligen Naechte in der Nacht auf den 25. Dezember um 0:00 Uhr und enden am 6. Januar, dem Dreykoenigstag, um 24:00 Uhr. Die magische Zeyt ist voller Legenden, Maerchen und Mythen. An Rauhnaechten fuehren die Menschen bis heute altbekannte Rituale durch wie Bleygieszen, oder das Sternsingen am 6. Januar.

An diesen Tagen sollen besondere Dinge passieren. Die 12 heyligen Rauhnaechte symbolisieren die Wiederkehr der Seelen und das Erscheynen der Geyster. Die Tage zwischen den Jahren eygnen sich besonders fuer Zukunftsdeutungen durch Traeume oder zum Erkennen von Vorzeychen durch Orakel.

Die bedeutendsten Rauhnaechte sind:

Nacht vom 24. auf den 25. Dezember

Nacht auf den 1. Januar

Nacht auf den 6. Januar

Seckinga wirkte fast ausgestorben auf unserem Rundgang. Den wenigen Passanten rief er zu, sich hinter Schloss und Riegel zu begeben, denn die Rauhnaechte zwischen Weyhnachten und Dreykoenig sind eyne gefaehrliche Zeyt voller Verbote und Gebote, die, wenn sie nicht befolgt werden, Schlimmes fuer das kommende Jahr befuerchten lassen.

Beyspielsweyse ist Brotbacken in dieser Zeyt streng verboten und Waesche zu waschen waere noch schlimmer, hiesz es doch, jemanden aus der Familie hinaus zu waschen.

Wotan erzaehlte, dass er von den Menschen gefuerchtet wurde und er es deshalb liebte die Menschen zu erschrecken. Gesagt – getan: Vor eynem erleuchteten Fenster, hob er seynen Stab mit dem Raben und Skelett hoch und kreyste dies vor der Scheybe. Dabey heulten seyne wilden Hunde gar fuerchterlich.

Ebenso berichtete er uns die Geschichte wie eyne verwunschene Prinzessin aus dem Tessin von ihrem Zauber erloest wurde.

Es war eyn Mitmachtheater. Somit forderte er erstmal eyne Mayd auf die verwunschene Prinzessin darzustellen. Um diese vom Zauber zu erloesen benoetigte er drey Bauernsoehne, also drey Recken aus dem Kreyse der Schaulustigen.

Die aeltesten zwey Bauernsoehne kamen durch ihre Ungestuemheit mit ihren Pferden im Schneegestoeber um. Der juengste Bauernsohn war bedaechtiger. Im Schneegestoeber war er per Pedes unterwegs und somit konnte er die verwunschene Prinzessin von ihrem Zauber erloesen.

Zwey Stunden vor der Geysterstund war die Fuehrung beendet  und wir hatten sehr viel Wissen ueber die Rauhnaechte erlangt. Die Wege der Eynzelnen trennten sich um den Nachhauseweg antreten zu koennen.

Eyn guter Start in unser Vereynsjahr AD MMXVII

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